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SCF_1891eV
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Segeln im SCF
Die Vereins-Chronik

1891
Gegründet, von 14 Männern mit Kielbooten und 2 Schwertbooten auf dem Rummelsburger See, unter dem Motto, dem einfachen Mann des Volkes den Segelsport mit geringen Mitteln zugänglich zu machen".

1901
Änderung des Standers auf den noch heute genutzten Stander mit rotem Rettungsring und in der Mitte die zum Gruß vereinten Hände. Gründung des Berliner Wettsegelverbandes am 5. März durch den SC Fraternitas und der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau.

1918
In der Mitgliederversammlung am 19.10.1918 wurde der Erwerb des Grundstückgeländes Marienstraße (heute Wendenschloßstr. 372-378), 857 Ruten groß und die Finanzierung mittels Anteilscheine a. 500 M, jedoch höchstens 6 Anteilscheine pro Mitglied, beschlossen.

1919
Einweihung des in Eigenleistung und unter Nutzung von Darlehen der Mitglieder finanzierten Clubhauses.

1924
Umbenennung des "Berliner Wettsegelverbandes" in "Freier Seglerverband"; inzwischen waren aus ganz Deutschland 14 Vereine dort Mitglied.

1927
Das Grundstück konnte endlich finanziert werden und ist nun endgültig Eigentum des SCF.
Am 2. Juni erfolgte die Grundstückseintragung im Grundbuch Band 159 Blatt Nr. 4902 der Stadt Köpenick, Stadtkreis Groß-Berlin.

1937
Der Vereinsname SC Fraternitas musste, in der Nazizeit auf Weisung der Gestapo, in SC Friesen geändert werden.

Auszug aus dem Protokoll der Generalversammlung vom 08. Juli 1937:
Nachdem alle Unterhandlungen mit den betreffenden amtlichen Stellen zur Beibehaltung des Namens und des Standers erschöpft sind, müssen wir nun der Auflage der „Gestapo“ zur Namens- und Standeränderung nachkommen.

1944
Zerstörung des Bootsschuppens und 108 Boote durch Bombenangriffe.

1945
Nach Ende des Nationalsozialismus fanden sich die Mitglieder im November 1945 unter dem alten Namen Fraternitas wieder zusammen und führten Aufbauarbeiten auf dem Grundstück und die Vereinstätigkeit fort.

1951
Der SCF wurde enteignet und ging als Sparte in die Betriebssportgemeinschaft (BSG) des VEB Bau ein, als Sparte Segeln Fraternitas der BSG Aufbau Mitte. Die Anschaffung von einem Jollenkreuzer (P 15) und 10 Piraten leiteten den Aufschwung des Jugend- und später des Kindersports ein.

1961
Durch den Bau der Mauer konnten die Westberliner Mitglieder nicht mehr am Vereinsleben teilnehmen. Egon Jagsch, Rudi Sachs, Dieter Knorr, Hans Rödel u.a. haben Aufnahme in Vereinen an Havel und Wannsee gefunden.

1971
Das Fahrtenseglertreffen wurde durch die Vereinsmitglieder anläßlich 80 Jahre SC Fraternitas organisiert.

1983
Umbenennung der Sektion Segeln Wendenschloß in Sektion Segeln Fraternitas der BSG Wohnungsbaukombinat Berlin.

1989
Peggy Hardweger, die sich von der Optigruppe über Cadet bis zum 420er entwickelt hatte, errang den Europameistertitel im 470er und wurde 1990 Vizeweltmeisterin.

1990
Juristische Wiedereinsetzung des Vereins als SC Fraternitas 1891 e.V. und Führung des Vereinsstanders von 1901. Das Amtsgericht bestätigte das kontinuierliche Weiterbestehen des SCF von Anfang an. Der SCF stellte den Anspruch auf Rückübertragung des Sportobjektes gegenüber dem Land Berlin.

1991
100 Jahrfeier des Segelclub Fraternitas 1891 e.V. unter Anwesenheit von Funktionären des Deutschen und Berliner Sports. Der SCF zählte 115 Mitglieder, davon 27 Frauen und 26 Jugendliche.

1993
Das erste Gesamtberliner Fahrtenseglertreffen mit Langstreckenwettfahrt wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands durch den SCF organisiert. Vom SCF und dem Segelclub Brise wird dieses Treffen seitdem im jährlichen Wechsel durchgeführt.

1998
Das Landesamt für offene Vermögensfragen lehnte am 27.04.1998 den Antrag auf Rückübertragung des Sportgrundstückes an den SCF ab. Am 04.06.1998 klagt der SCF beim Verwaltungsgericht Berlin wegen Grundstücksrückübertragung gegen das Land Berlin. Der Landessportbund, der Deutsche Seglerverband, der Berliner Seglerverband und viele Sportvereine unterstützen den SCF bei der Durchsetzung der Klage.

1999
Am 26.11.1999 erklärte das Landesamt für offene Vermögensfragen den Bescheid zur Rückübertragung des Grundstückes an den SCF.

2000
Am 01.01.2000 war der SCF wieder Eigentümer seines Grundstückes. Ohne Gefahr von Pachterhöhungen und weiteren entscheidenden Maßnahmen zur Einschränkung des Sportbetriebes durch die Stadt, konnten die Mitglieder wieder ihren schönen Segelsport im Sinne ihrer Vorväter ausüben. Investitionen zur Erhaltung des Grundstückes, der Gebäude sowie für den Kinder- und Jugendsport können mit der Gewissheit des Eigentums mit neuer Kraft getätigt werden.

2001
Der Hafen und die Steganlagen wurden mit Eigenleistungen, Fördermitteln sowie einem zinslosen Kredit des Senats von Berlin, erneuert.

2004
Zum 2. Mal erreichte der SCF den 2. Platz im Wettbewerb „Coolste Jugendarbeit im Berliner Segler-Verband“.
Mit 3 Charterbooten wurde ein Törn durch die westliche Ostsee organisierte und durch den Berliner Seglerverband ausgezeichnet.
Der SCF zählt 151 Mitglieder, davon 49 Frauen und 29 Jugendliche.
Mit großem Engagement und Eigenleistungen wurden durch die Mitglieder umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten auf dem Grundstück durchgeführt. Die E-Freileitungen wurden in das Erdreich verlegt, gleichzeitig wurden alle Medienleitungen im Erdreich erneuert und ein neuer Hauptweg gebaut.



Kurzchronik
Berlin, 21.05.2000
Autor: Frank Bittner